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Feste und Traditionen

Der Umbruch Ende 1989 hat sich auch auf Feiertage und Festtagsbraeuche ausgewirkt. Es handelt sich um grundlegende Wandlungsprozesse, die noch laengst nicht abgeschlossen sind. Eine Reihe von Feiertagen, ( eigentlich fast alle ) die mit dem Sozialismus in Verbindung standen, wurden abgeschafft, christliche Traditionen hingegen wieder neu belebt.
  • Der 6. Dezember ist Nikulstag.An diesem Tag verehrt man den heiligen Nikolai. Es wird gefuellter Karpfen oder andere Arten von Fisch gegessen.
  • Heiliger Abend:
  • Heiliger Abend und Weihnachten Eine Woche vor Weihnachten werden die Strassen, Gebaeude und Baeume in der Stadt festlich geschmueckt. In jedem Haus wird ein Christbaum mit Lichterketten, Glaskugeln, christlichen Symbolfiguren und Sternen geschmueckt. Weihnachten beginnt in Bulgarien am 24.12.-Malka Koleda (kleines Weihnachten) oder noch Badni Wetscher (Heiligabend)genennt. An diesem Abend isst man kein Fleisch, sondern erst am ersten Weihnachtstag, den 25.12., darf man Fleisch essen. Der 24.12. ist der Tag, am dem die Heilige Maria die Schmerzen der Geburt Christi ertragen muss. Deshalb sagt die Tradition, dass 9 Speisen auf dem Tisch stehen sollen, genau so wie die Schwangerschaft 9 Monate dauert. In anderen Gebieten Bulgariens gibt es nur 7 Speisen, soviel wie Wochentage. In anderen Regionen kann es sogar 12 Speisen geben, fuer jeden Monat im Jahr eine Speise. Nach kirchlichen Sitten koennen es auch 33 Gerichte sein. Die Zahl steht fuer das Alter Christi, mit dem er gekreuzigt wird. Eine traditionelle bulgarische Spezialitaet fuer dieses Fest ist Pita, ein Ritualbrot aus Teig geformten Blumen, Kreuzen oder christlichen Motiven. In der Mitte bäckt man eine Muenze ein und wer sie findet, hat das groesste Glueck im kommenden Jahr. Dieses Gebaeck symbolisiert die Fruchtbarkeit. Andere Traditiongerichte sind Weizen, Kohl, Bohnen, mit Reis gefuellte Paprika, Mais, getrocknete Pflaumen und Aepfel, Reis, verschiedene Arten von Nuessen usw. Sie alle symbolisieren die Empfaengnis, die Schwangerschaft und die Geburt eines neuen Lebens. Auf den Tisch muss man Honig stellen fuer ein suesses Leben, eine Zwiebel für Wohlhaben. Die viele Schalen bedeuten viel Geld. Knoblauch schuetzt vor boesen Geisten, Nuesse, Kuerbis-und Sonnenblumenkerne stehen fuer Gesundheit, Obst und Rotwein müssen auch unbedingt auf den Tisch. Dieser wird mit kleinen Tannenzweigen geschmueckt. Man glaubt, dass in der Nacht Gott zum Essen kommt; deshalb werden die Speisen und das Geschirr nicht abgeraeumt. Am 25. 12. ist der erste Weihnachtstag, dann isst man Gans und auch viele andere Speisen, dazu trinkt man Wein. An diesem Tag gibt es die Bescherung. Die Kinder finden ihre Geschenke, die der Weihnachtsmann in der Nacht gebracht hat, unter dem Christbaum.
  • Der Neujahrsmorgen:
  • Survakane, die kleinen Kinder schlagen ihren Eltern und die anderen im Hause auf den Ruecken mit Ruten ( sihe rechts auf das Foto ) der Kornelkirsche, die mit Muenzen, Gebaeck, Maiskolben, getrocknetem Obst geschmueckt sind und wuenschen "Ein gesundes und frohes neues Jahr".
  • Am 6. Januar ist Jordanstag.
  • Ein großes Kreuz wird in das eiskalte Wasser eines Flusses geworfen. Es ist die Aufgabe der Maenner, es wieder herauszuholen. Wer das Kreuz wiederbringt wird ueber das ganze Jahr gesund sein
  • Der 7. Januar ist Ivanstag.
  • Ivanovden (Heiliger Johannes der Taeufer) Am Ivanovden feiert die orthodoxe Kirche den Tag von St.Johannes dem Taeufer, der Jesus Christi im Jordan-Fluss taufte ( Johannes ist Ivan auf Bulgarisch, d.h. Ivanovden bedeutet der Tag von Johannes). Er erkannte Jesus als der Gottes Bote und wurde der Vorlaeufer genannt, weil er das Kommen des von den Juden ersehnten Messias verkuendete. Namenstag von allen mit den Namen Ivan, Vanjo, Vanja, Joan/Ioan, Joanna/Ioanna, Jonko/Jonka, Joto, Ivajlo, Ivo, Ivona, Kalojan, Jan/Jean, und Janna ( alle diesen Namen haben die Grundbedeutung “Gott ist Gnadig”). Ivanovden ist ein traditionelles Volksfest. Wichtig fuer diesen Tag ist das Ritual, verbunden mit Wasser, das Riualbaden fuer Gesundheit, begonnen am Jordanovden/Epiphania–Tag, geht am naechsten Tag weiter. Die Jungverheirateten werden von ihren Paten oder Schwagern gebadet. Deshalb kann das Baden als ein Teil der Post-Hochzeitsbraeuche gesehen werden, womit den breiten Kreis der Hochzeitssitten geschlossen wird. Am Ivanstag gehen die Verheirateten zu den Trauzeugen, bringen Schnaps und Wein mit, gebratene Ente, Schweinefleisch und Banitza (sihe im "Essen&Trinken" nach).
  • Der 14. Februar - Trifon Saresan - Tag des Weines und der Weinbauern
  • . Man geht in den Weinberg und beschneidet den Wein. Es wirg Wein und schnaps ( hauptsaechlich Traubenschnaps od. der sogenete Grapa ) den ganzen Tag bis tief in der Nacht getrunken und Gefeiert.
  • Am 1. Maerz
  • Seit langer Zeit besteht in Bulgarien die Tradition am ersten Maerz, dass sich alle gegenseitig "MARTENIZA" schenken. Die Marteniza wird aus rote und weisse Baumwollgarne gemacht und ist ein Symbol fur den anfang des Fruehlings. So wie im Fruehling alles erblueht wird dies als Geschenk mit den wunsch fuer ein erbluehendes Glueck, Gesundheit und Liebe warend des neuen Jahres geschenkt. Laut Tradition traegt man die "Marteniza", bindet sie an die Handt der Kinder oder tragt sie bei sich auf beliebeige Art und Weise bis man den ersten Storch oder die erste Schwalbe siht. Danach bindet man sie an einen Obstbaum, damitt auch dieser warend des Jahres Erblueht und viele Fruchte traegt. Nun kurz zu eine der Legenden. Der bulgarische Khan Asparuch, vor 1300 Jahren, beim ueberqueren des Donaus in die Slavischen und von den Roemern bestzten Balkangebiete, Anfang Maerz, hatt folgendes verordnet. Nachdem eindringen in das Roemische Gebiet wuerde er eine Taube senden. Falls diese einen weissen fahden traegt sollen die Truppen den Donau ueberqueren, falls sie einen roten traegt sollten sie es nicht. Die ersten Truppen wurden in den Hinterhalt gelockt. Der Chan liess die Taube mit den weissen Fahden fliegen, aber waerend des Fluges wurde sie von einen Feil getroffen und Blutete. So wurde der eine Teil des Garnes rot und der andere blieb weiss. Die Schwester des Chanes nahm den Fahden und da sie die Botschaft nicht richtig verstehen konnte band sie ihn an ihne Brust und gab den Befehl zum anmarsch. Das weisse hatt sie als Zeihen zum anmarsch verstanden, dass Rote als zeihen dafuehr das Ihr Bruder gefallen ist. Die Hofnung das dies nicht ganz stimmt trug sie auh mit sich. Die Trupen kammen rechtzeitig und besiegten die Roemer. Gross war die Freude des Sieges und auch das der Chan lebt…. Seitdehm wurde die Marteniza / der Nahme kommt vom Maerz, was in bulgarisch Mart ausgesprochen ist /zu ein Symbol der Hofnung, der Gesundheit, des Sieges und der Freude getragen.
  • Der 3. Maerz ist der Nationalfeiertag. Tag der bulgarischen Unabhaengigkeit von den Tuerken.
  • Am Palmsonntag wird Zvetnitza gefeiert.
  • Zvete bedeutet im Bulgarischen Blume, und der Tag ist allen gewidmet, die einen Blumennamen tragen: Margarita, Zwetelina, Detelina, Latinka, Rosa. Er wird als Namenstag ganz gross Bulgarien gefeiert.
  • Ostern
  • Am Donnerstag oder am Samstag Vormittag werden die Eier gefaerbt. Das erste Ei muss unbedingt rot sein. Bis zur verkuendung der Aufersteung Kristi ( was am Samstag um mitternacht geschiet) darf keiner die Eier essen. Danach beginnt der Eierkampf der besonders bei den kleinen beliebt ist. Derjenige, dessen Ei ungebrochen bleibt, wird ueber das ganze Jahr gesund sein.
  • Der 6. Mai ist Georgstag.
  • Der Tag des Heiligen Georg (in Bulgarien "Gergiovden" genannt) ist ein besonders geliebter Feiertag, der am 6. Mai gefeiert wird. Der Heilige George Pobedonosets (Traeger des Siegs) wird sowohl von Christen als auch von Moslems gelobt. Gemaess der Kirche wurde Georg in Kapadokia (Kleinasien) geboren. Mit Hilfe seiner hervorragenden Ausbildung hat er schon mit 20 einen hohen militaerischen Titel als General erhalten. Sohn wohlhabender christlicher Eltern, war er ein leidenschaftlicher Anhaenger des Christums. Als Beschuetzer des Glaubens wurde er enthauptet in Jahre 288 n. Ch. waehrend der Regierung des Kaisers Diocletian (284-305 n.Ch.). Gemaess populaeren Legenden war Georg ein Drachenjaeger. So wird er auch von der Ikonographie gezeichnet, wie ein Drachen-Kaempfer. Am Tag des Heiligen Georgs wird hauptsaechlich Lamm gegessen. Ein anderes sehr wichtiges Essen ist das Ritualbrot, gemacht mit viel Sorgfaehigkeit. Die Art und Weise, das Brot vorzubereiten, ist sehr kompliziert und nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch. Die Pflanzen spielen eine besondere Rolle. Sie sollen die Kraefte der Natur auf Menschen uebertragen. Am Tag des Heiligen Georg wird das rstgeborene mennliche Lamm getaetet. Nach dem Festessen wird Reigen getanzt und man hängt Schaukeln. Die jungen Leute schwingen sie um fiel Glueck im Jahr zu haben.
  • Petrovden und Pavlovden (Petrus und Paulus) Am 29.Juni feiert die orthodoxe Kirche den Tag der beiden Apostel, Petrus und Paulus: Petrovden und Pavlovden. In Bulgarien wird jedoch Pavlovden am naechsten Tag – dem 30.Juni gefeiert. Namenstag von allen mit den Namen Peter, Penka, Kamen, Pentscho, Pejo, Pescho, Petrana; auch Assen, Assja, Apostol, Krum, Tschavdar; sowie auch Pavel, Pavlin/a, Polja ( obwohl sie eigentlich am 30.Juni feiern). Der Petrustag fiel mitten in der eifrigen Feldarbeit. Eine alte bulgarische Legende erzaehlt, wie der Hl. Petrus vom Himmel hinunterblickte und sah, wie viel Arbeit die Menschen haben. Er war so stark beeindruckt, dass er selbst die Sichel nahm und den Feldarbeitern zu helfen begann. Am Petrustag endete die zweiwoechige Fastenzeit mit einem ueppigen Mahl. Im Mittelpunkt stand ein schwarzer Hahn, der an der Tuerschwelle des Hauses geschlachtet werden musste. Der Hahn symbolisierte Gesundheit und Staerke. Der Name Petrus bedeutet auch noch Stein. Auf der Festtafel durften auch die zu dieser Jahreszeit reif werdenden Petrus-Aepfel nicht fehlen. Die Aepfel mussten zuvor vom Dorfpriester geweiht werden.Der Paulustag, oder Pavlovden, ist mit den Ritualen ueber den Schutz vor Feuer verbunden. Am Petrustag galt frueher kein ausdrueckliches Verbot, auf dem Feld zu arbeiten.Am Paulustag war es aber streng verboten und es galt als schlechtes benehmen, wenn man dagegen verstossen hat. Die alten Bauern fuerchteten sich naemlich vor Brand und Feuer und deshalb durfte man am Paulustag kein Feuer anmachen. Man sagte frueher: „Der kleine Paulus macht grossen Schaden“. Der Name Paulus bedeutet klein.

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